Sellin-PorträtAls Hochsensible sind wir auch in unserem Denken beeinflussbar genauso wie in unseren Gefühlen und in unserer Befindlichkeit. Wer nicht aufpasst, wird in seinem Denken allzu sehr von seiner Umgebung bestimmt. Viele der äußeren Umstände können wir selbst leicht erkennen, um uns davon innerlich frei machen zu können oder sie so zu verändern, dass wir in die Lage kommen, besser und klarer zu denken. Nicht zuletzt sind auch unsere Gefühlslage und unsere körperliche Verfassung Umgebung für unser Denken, die uns beeinflusst. Wie steht es also um meine Gefühle? Und wie ist meine körperliche Befindlichkeit? Wie sitze ich? Wie ist meine Körperhaltung? Wie atme ich? Welche Bedürfnisse habe ich? – Was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern und damit zugleich meine Denkfähigkeit? Vielleicht kann ich mich anders hinsetzen, Wasser trinken, lüften, mich bewegen? Und wenn ich Ärger hatte oder aufgeregt bin, wäre es gut, dazu erst einmal Abstand zu gewinnen. Am besten denkt es sich in einem Zustand „entspannter Spannung“, der als leicht, wach und aktiv empfunden wird.

Oft hilft auch ein ganz konkreter Ortswechsel. Der Wald beeinflusst unser Denken anders als das freie Feld, der Fluss anders als das Meer. Belebend kann auch die Atmosphäre in einem Café wirken. Welche Umgebung könnte am besten passen für das Problem oder das Thema, über das Sie gerade nachdenken? Wer zu lange am selben Ort über dasselbe Thema nachgedacht hat, kann leicht zur Erkenntnis kommen, sich ständig zu wiederholen und in seinen Gedanken festgefahren zu sein.

Aus der Distanz zum eigenen Denken können Sie all das erkennen und gut für frischen Wind in Ihrem Denken sorgen. Treten Sie also öfter einmal zur Seite und schauen Sie sich beim Denken zu!